Ja, es war Funkstille. Eine ziemlich lange Zeit. Ich war ausgebrannt und musste auf Pause drücken. Ich habe einige Jahre etwas abgeschottet auf einer Insel gelebt und sämtliche Social Media-Kanäle lahm gelegt. Vor ungefähr vier Jahren kaufte ich ein One-Way-Flugticket in den Süden Europas und begann, ortsunabhängig zu arbeiten. Einfach so, ohne Plan.
Ich reiste an wunderschöne Orte und erledigte meine Arbeit von dort aus: Sevilla, Cádiz, Madeira, Kanarische Inseln. Die Erfahrungen, die ich auf meinen Reisen machte, waren wertvoll fürs Leben. Mit diesem Lifestyle konnte mich ich endlich ‚Digitale Nomadin‘ nennen — ein wahrhaftig wahr gewordener Traum.
Traumleben als Digitale Nomadin
Eines Tages kam ich auf Fuerteventura an, eine Insel mit weiten Sandstränden und trockenen, kargen Wüstenlandschaften. Fuerteventura ist anders ihre grünen Nachbarinseln auf den ersten Blick keine besondere Schönheit. Manche Leute behaupten über Fuerteventura jedoch, es sei magische Insel. Und tatsächlich zog mich das kleine Fischerdorf im Norden der Insel, wo ich ankam, auf rätselhafte Art in den Bann. Was dazu führte, dass ich sehr viel länger dort blieb als ich ursprünglich vorhatte.
Als Burnout-Überlebende beschäftige ich mich seit Jahren damit, wie ich meine Arbeit ausgeglichener gestalten kann. Als ich so abgeschottet auf der Insel lebte, wollte ich die Dinge mal ganz anders handhaben und fragte mich: Was wäre, wenn ich nur so viel arbeite wie notwendig, anstatt immer noch mehr zu leisten, um an meine Ziele zu kommen? Was, wenn ich mir stattdessen die Freiheit gönne, so zu leben wie ich es wirklich möchte? Ich probierte es aus.
Arbeiten ohne Hustle: Ein Experiment gegen Burnout
Das Ergebnis dieses Experiments war, dass meine Arbeitstage einen anderen Rhythmus bekamen, als ich es gewohnt war: Wenn ich am Tag das Wesentliche für den Lohnjob erledigt hatte, war Schluss. No extra work. No hustle. Ich erlaubte es mir, mich endlich nicht mehr für meine Arbeit aufzuopfern. Es war befreiend. Wenn Du auch Burnout-Überlebende*r bist, kannst Du das Gefühl vielleicht nachvollziehen.
Mein altes Ich glaubte lange Zeit an die Vorstellung, dass ich hart arbeiten müsse, um meine Ziele zu erreichen. Dass ich später im Leben genug Zeit haben würde für meine Träume. Doch dieser Glaube löste sich auf meinen Reisen allmählich auf und ich erkannte: Es geht auch anders. In Wirklichkeit hatte ich meinen Wunsch, als Digitale Nomadin zu leben vor allen Dingen erreicht, weil ich mutig genug war, meiner inneren Stimme zu folgen.
Widerstand gegen Karriereleben
Das Leben als Digitale Nomadin war mein Weg, um von tiefsitzenden Wunden zu heilen. Es war eine Form des Widerstands gegen mein altes Karriereleben. Eine Flucht vor der sich immer schneller drehenden Arbeitswelt.
Es ist an der Zeit, dieser Welt Bremsen anzulegen. Dafür schreibe ich heute diese Zeilen. Mein Wunsch ist es, durch das Erzählen meiner Geschichte zu einer gesünderen Arbeitswelt beizutragen und Gleichgesinnte zu finden, die diese Vision mit mir teilen. Wenn Du diesen Text bis zum Ende gelesen hast, könnte das ein Zeichen sein, dass wir uns gefunden haben.
Falls es so ist, dann verrate mir gerne : Welchen großen Schritt hast Du in Deinem Leben getan, um nach dem Burnout gesünder und erfüllter zu arbeiten? Ich freue mich, wenn Du mir von Deinen Erfahrungen berichtest.
Gib Acht auf Dich und bleib wunderbar!

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